die-wege / 21c_gilgamesch-1967-s8

BACK PREVIEWS NEXT

21c_gilgamesch-1967-s8

federzeichnung 1967 - GILGAMESCH EPOS

Gilgamesch Epos - orientalische dichtung ( textfragment - insel verlag 1949 - ex libris 1964 ):

Gilgamesch sprach zu ihm, zu dem Jäger:
"Geh nur, mein Jäger, nimm dir ein blühendes Weib aus Ischtars Tempel. Führe sie zu ihm. Wenn er kommt mit den Tieren zur Tränke, werfe sie ab ihr Gewand, damit ihre Fülle er nehme. Wird er sie sehen, so wird er ihr nahen. Also wird er entfremdet werden dem Vieh, das mit ihm wuchs auf dem Felde."
(-)
Sie waren allein. Sechs Tage und sieben Nächte erkannte Enkidu das Weib, vereinte sich ihr in der Liebe. Von ihrer Schönheit gesättigt, erhob Enkidu sein Antlitz und blickte umher auf der Steppe. Er spähte nach den Tieren. Kaum sehen sie ihn, da jagen im Sprung die Gazellen davon. Die Tiere des Feldes scheuen vor ihm zurück.

die ursage wird auf 2400 v. Chr. angesetzt; sie wurde mitsamt der keilschrift den babyloniern überliefert.
in diesem fragment ist die "erkenntnis" ( Enkidu ) unmittelbar mit geschlechtlicher vereinigung verknüpft und führt zur entfremdung des menschen von der natur. die parallele zur vertreibung aus dem paradies in der bibel ist offensichtlich. es finden sich weitere parallelen im epos, die sieben hungerjahre, die große sintflut.