<...als
mass und rahmen des menschlichen, häuslichen daseins; als dasjenige
mass (...), aus dem wir unsere vorstellung
von der welt eigentlich schöpfen, dessen form auf unser gemüt
wirkt, es möge uns das fenster des gefangenen, die [empore]
eines palastes, die schiffsluke, die mansarde oder (ein kellerloch) sein.
>
J.R.von
Salis - Rilkes schweizer jahre
W
I N T E R S C H L A F
knorrige wurzeln atmen in mutter erde
eingefroren im winterschlaf blüht der reif
auf spiegelglatten steinen
verschlungen im spiel der flut
schaukelt das treibgut fragmente
schäumende schichten starren
stauen sich streben
stocken und knistern leis eishaut taut
salzwasser leckt spielerisch
den letzten rest leben
aus rindlosen zweigen
aus schorfigen wunden lösen öllachen sich
ruhen im rost zerbeulter karnister
eislasiertes karmin zinnober und blau
frostiges gelb
im eisigen wind dieses winters
warten matte pflöcke stehen starr
die schatten weiche schneebedeckte
furchen und zahllose kantige
zapfen und zäune
in flachen wasserläufen platzen auf
gesperrte blasen luftkugeln
stauen sich kreiseln
lösen sich die blicke
stockt in den adern brüchiger blätter
kauert ein karger rest noch von leben
in dieser landschaft in dieser stille
vogelfußfährten umspringen umhüpfen
signieren weiße unbegangene wege
unter der sich dünnenden decke des eises
brechen sich die tage